Ich bin 03 (Star Trek Voyager Fanfiction)

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Gerugon
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Ich bin 03 (Star Trek Voyager Fanfiction)

Beitragvon Gerugon » Sa 1. Aug 2015, 21:13

Einige Stunden nach dem Kes Zwischenfall im Quartier des Captains

Nachdem die Voyager an ihrer neuen Position angehalten hatte brach Chaos aus auf dem Schiff. Ausgelöst durch die Druckwelle von Kes verfiel die gesamte Crew in Hysterie, es gab Fälle von Gewalt, Selbstmordversuchen und Selbstverletzung. Tuvok ist gerade dabei die gesamte Liste vorzulesen als Kathryn abwinkt. Eine Augenbraue hochziehend unterbricht der Vulkanier seinen Bericht und blickt abwartend auf den Captain.

Kathryn sieht so aus wie sie sich fühlt. Die Welle aus Licht hatte sie genauso in Mitleidenschaft gezogen wie den Rest der Crew, wobei es hier seltsame Ausnahmen gab von Personen die keinerlei Symptome gezeigt hatten.

Ihr alter Freund vor ihr war eine dieser Ausnahmen, jedoch nahm Kathryn an das er es einfach nur besser versteckte. Neelix, Seven und B'lanna waren weitere. Neelix war vermutlich verschont worden als eines der mitfühlendsten und nettesten Wesen ab Board der Voyager. Ebenso bei Seven, sie mochte zwar nicht so wirken aber Kes war so erpicht darauf gewesen die Borg in die Crew einzugliedern das es offensichtlich war wie wichtig Seven ihr war. Außerdem war das neueste Mitglied des Schiffes auch der Grund gewesen für Kes Handeln und ihren dramatischen Abgang.

'Nunja zumindest indirekt.' Mutmaßt Kathryn. 'Eigentlich sind wir alle Schuld daran das Kes uns verlassen hat. Seven hat es nur stärker deutlich gemacht wie schlecht sich Menschen in manchen Situationen verhalten.' Seufzend stellt sie ihre Tasse zurück auf den Tisch und konzentriert sich wieder auf die gegenwärtige Situation.

„Es tut mir leid Tuvok, fahren sie fort.“ Leicht nickend listet der Vulkanier weiter die Liste an Unfällen, Ausbrüchen und Schäden auf. Anschließend erläutert er die Maßnahmen die getroffen wurden um der Situation Herr zu werden. „Der Doktor hat Cargo Bay 1 requiriert und dort eine Unterkunft eingerichtet für kritische Patienten, diese werden dort unter Beobachtung gehalten bis sich ihr Hormonlevel wieder stabilisiert hat. Der Doktor hat mich unterrichtet das es maximal zwei Tage dauern wird bis sich die erhöhten Werte bei allen Crewmitgliedern stabilisiert haben, allerdings können viele schon früher in den aktiven Dienst zurückkehren, ganz abhängig von ihrem Grad an Selbstkontrolle.“

„Weshalb Sie wohl bereits wieder ganz der Alte sind hm Tuvok?“ Wirft Kathryn mit einem müden Lächeln ein.

„Ganz recht.“ Antwortet er ohne Anzeichen von Stolz. „Die Wirkung des Phänomens ist zwar nur temporär allerdings ist anzunehmen das sich ein ähnlicher Effekt in kürze erneut einstellen könnte sobald sich das Wissen über unsere neue Position verbreitet hat. Ich denke nicht das es zu ähnlich starken Ausbrüchen kommen wird, doch wird die Stimmung der Crew einen weiteren Tiefpunkt erreichen. Der Doktor und Dr. Freud stimmen meiner Einschätzung zu.“

„Dr. Freud?“ Fragt Captain Janeway skeptisch. Sie hatte Fortschrittsberichte über B'lannas Behandlung bei diesem Hologramm erhalten war sich aber nicht sicher warum Tuvok sich gerade mit diesem Hologramm ausgetauscht hat.

„Richtig. Der Doktor hat Holoemitter in Cargo Bay 1 installieren lassen und eine Gruppe von Hologrammen unterstützt ihn nun bei der Behandlung der zahlreichen Patienten. Das Hologramm mit dem Titel „Dr. Sigismund Schlomo Freud“ hat die Führung dieser Gruppierung angenommen und dient nun als Liaison.

Eine Bestätigung murmelnd greift Kathryn wieder nach ihrer Tasse und nippt angewidert daran. Der Kaffee war schon vor einer ganzen Weile kalt geworden, aber sie hatte einfach nicht den Elan aufzustehen und eine neue Tasse aus dem Replikator zu holen.

Tuvok ergreift nach einer kurzen Pause, die vermutlich andeuten soll das sein offizieller Bericht damit abgeschlossen ist, wieder das Wort. Dieses mal jedoch etwas weniger förmlich. „Es liegt mir fern mich in persönliche Angelegenheiten einzumischen, aber es wäre für meine Nachforschungen über das Phänomen von Vorteil wenn ich erfahren könnte was sich hier zugetragen hat.“

'Was soll ich ihm sagen? Was soll ich der ganzen Crew sagen? Ich könnte versuchen es zu vertuschen aber auf diesem Schiff kommt früher oder später alles heraus und das würde die Situation nur noch mehr verschlimmern .. und meine Position als Captain unterminieren.' Sie blickt in die Augen des Mannes vor sich. Tuvok war seit Jahren ein ständiger Begleiter auf den sie sich uneingeschränkt verlassen konnte, er würde niemals gegen die Interesse des Schiffes handeln. 'Er hat die Wahrheit verdient und wird mir hoffentlich eine weitere Perspektive zeigen können.'

„Kes hat dieses .. Phänomen .. ausgelöst. Sie war aufgebracht über das Verhalten der Crew gegenüber Seven und .. meines Lösungsversuchs. Sie begann ein helles Licht abzusondern und warf mich zurück. Seven versuchte sie aufzuhalten aber es ist ihr anscheinend misslungen. Ich sprach eben mit Neelix.. armer Kerl..“ Seufzend hält Kathryn inne als sie sich an das Gespräch mit dem Talaxianer erinnert.

Er war vollkommen aufgebracht, gleichermaßen traurig wie wütend. Streng genommen verhielt er sich nicht viel anders als ein Großteil der Crew zu diesem Moment allerdings hatte er im Gegensatz zu ihnen einen triftigen Grund für sein Verhalten. Seine Gefährtin hatte ihn verlassen mit den Worten das es ihr schrecklich leid tue aber sie gehen müsse und er sich um Seven und die Crew kümmern solle bis es an der Zeit war das sie sich wiedersehen würden. Der kleine Mann hatte nicht verstanden wovon Kes sprach bis sie sich plötzlich in einer Explosion von Licht auflöste.

„.. Er hat mir berichtet das Kes sich von ihm verabschiedet hat und sie dann verschwand in der von allen Crewmitgliedern erwähnten Welle aus Licht. Warum sie uns das angetan hat ist schwer zu sagen, es wirkt fast wie die Reaktion eines trotzigen Kindes .. “ Den Aufschrei ihres müden Körper ignorierend stellt sich Kathryn langsam auf und geht mit bedächtigen Schritten in Richtung Replikator. Während sie sich eine neue Tasse holt ergreift Tuvok hinter ihr das Wort.

„Interessant. In unseren letzten Sitzungen zusammen zeigte Kes außerordentliche Fortschritte, es ist bedauerlich zu sehen das sie ihre Transformation nicht besser kontrollieren konnte.“

Unsicher was er meint dreht sich Kathryn mit ihrer frischen Tasse Erholung zu ihm um und setzt sich auf ihren Stuhl. „Sie glauben das es eine unabsichtliche Reaktion war? Es wirkt für mich alles ein wenig zu passend .. sie war aufgebracht über unser Verhalten und hat dann dafür gesorgt das sich die gesamte Crew schlecht fühlt und wir als Strafe weiter zurückgeworfen wurden auf unserer Reise. Das passt sehr gut zusammen .. aber es passt nicht zu ihr.. sie war so ein liebenswürdiges Geschöpf.“

Der Vulkanier scheint scheint all dies eine Weile lang zu überdenken. „Ich werde darüber meditieren sobald die Situation es erlaubt. Wie lauten ihre Befehle?“

„Helfen sie weiterhin bei der Koordination der Hilfskräfte, sie haben völlige Befehlsgewalt, schließen sie im Notfall die schwereren Fälle in ihren Kabinen ein. Ich werde in kürze die Crew ansprechen und über unsere Situation aufklären bevor die Gerüchte noch weiter ausarten. Die Gründe für das Phänomen sollten wir allerdings vorerst für uns behalten. ebenso wie unsere neue Postion. und erst der Mannschaft mitteilen wenn sich die Hormonlevel wieder beruhigt haben. Sorgen sie dafür das die Brückenbesatzung keinen Kontakt zum Rest der Crew bekommt in den nächsten 12 Stunden.“ Nickend stimmt Tuvok zu. „Eine weise Entscheidung Captain.“

XXX

„Hier spricht der Captain. Um 1206 wurde das Schiff von einem Phänomen getroffen das für eine Schiffsweite Hysterie sorgte dessen kurzfristige Auswirkungen wir gerade in den Griff bekommen. Seien sie also unbesorgt und verrichten sie soweit es ihnen möglich ist weiter ihren Dienst. Sollten sie Zweifel haben wenden sie sich an das Hilfspersonal oder schließen sie sich in ihre Kabine ein.

Ich möchte noch einmal wiederholen das es sich hierbei um ein kurzfristige Phänomen handelt, nichts von dem was sie jetzt fühlen ist real also tun sie ihr bestes sich nicht unachtsam zu verhalten.
Es ist eine schwierige Situation, aber wir haben schon schwierigeres gemeistert. Captain out.“

XXX

Cargo Bay 1

Seven hatte sich sofort freiwillig gemeldet bei der Sicherheit der temporären Unterkunft zu helfen. Dank ihrer körperlichen Fähigkeiten sah sie sich in der Lage jede Situation schnell in den Griff zu bekommen doch was sie nicht bedacht hatte war die Reaktion der Crew auf sie. Kaum hatte sie Cargo Bay 1 betreten breiteten sich Schreie aus, lauter als alles bisher dagewesene.

Der Doktor kam eilig auf sie zugelaufen und zog sie in ein kleines Abteil. Er zögerte kurz, unsicher wie er der Borg klarmachen sollte das sie hier nicht hilfreich seien würde. Dann schüttelte er den Kopf und begann auf einem Terminal einzutippen woraufhin Sevens Körper zu schimmern begann und von einem Hologramm überlagert wurde.

Verblüfft blickte Seven an sich hinab, ihre Hände hatten eine menschliche Hautfarbe, frei von jeglichen elektronischen Komponenten. Ihr Körper war gehüllt in einer Art Anzug von silberner Farbe. Nach einer kurzen Instruktion wie die Borg am besten helfen könnte schob der Doktor Seven wieder hinaus aus dem Abteil und verschwand in Richtung seiner Patienten. Dies war nun schon mehrere Stunden her und Seven hatte ihr bestes getan der verwirrten Crew zu helfen.

Die letzten Worte von Captain Janeways Ansprache verhallen in Cargo Bay 1, jedoch scheinen nur die wenigsten wirklich zugehört zu haben. Das Stimmengewirr ist unerträglich und immer wieder kommt es zu Zwischenfällen die entweder gewalttätig oder selbstzerstörerisch sind. Eine hochgewachsene Blondine packt gerade einen Ensign am Arm und redet mit fester Stimme auf ihn ein. Der junge Mann wimmert und schüttelt unablässig mit dem Kopf.

B'lanna beobachtet die beiden und überlegt kurz ob sie eingreifen sollte oder nicht. Sie war erst vor kurzem hier eingetroffen und noch ziemlich überfordert mit dem Geschehen. Als der Ensign allerdings plötzlich anfängt wütend und anklagend zu Gröhlen und auf die Blondine mit seiner freien Hand einschlägt springt die Klingonin in Bewegung. „Lass mich los du Schlampe!“ Schimpft er, während seine Faust auf das Gesicht der Frau einschlägt. „Du bist kein Mensch! Du willst mich töten!“

B'lanna will ihm gerade eine verpassen als der Mann plötzlich zusammensackt und die Frau sich zu ihr umdreht. In ihrer Hand kann man ein Hypospray erkennen. Kalte blaue Augen mustern die Klingonin flüchtig. „Mir wurde gesagt ich solle nach unserer Mission lieber Hyposprays benutzen als physisches Trauma um Bewusstlosigkeit hervorzurufen.“ Die Augen huschen kurz zu der erhobenen Faust und dann zurück zu B'lannas dunkle Augen. „Der Doktor hat zugestimmt.“

Verdutzt starrt B'lanna die Frau vor sich an und senkt langsam die Hand. Sie war gut einen halben Kopf größer als die Klingonin, grazil und doch kräftig gebaut, hatte blonde Haare in einem Dutt und eisblaue Augen. Das Gesicht war .. perfekt, makellos. Makellos.. hätte sie nicht das ein oder andere Feilchen haben müssen nach den Schlägen?

„Lieutenant, ich muss mich für mein Aussehen entschuldigen, der Doktor war der Meinung das ich auf diese Weise mehr Hilfe leisten kann.“

„Huh?“ War alles was B'lanna herausbringen konnte, sie war komplett irritiert über das Verhalten der Frau. Sie tat so als würde sie B'lanna kennen und war nun der Meinung das sie falsch gekleidet wäre? Dann beginnt es langsam zu clicken. //Mission//, //Shuttle//, //Schlag ins Gesicht//, //Hypospray//, //Du bist kein Mensch//, //der Doktor//, //eiskalte Augen//. „Seven?“

„Ja Lieutenant?“ Kommt eine leicht genervt wirkende Antwort.

„Umm .. schon gut. Ich .. äh.. sollte weitermachen.“ Stammelnd sieht sich B'lanna um nach neuen Patienten doch die Borg sieht sie skeptisch an.

„Sie wirken verwirrt Lieutenant Torres, sicher das sie bereits stabil genug sind um hier auszuhelfen? Die Tatsache das sie meinen Patienten bewusstlos schlagen wollten sowie ihre Unfähigkeit kohärente Sätze zu formen spricht dagegen.“ Das Hypospray immer noch in ihrer Hand lädt sie die Kapsel mit dem Betäubungsmittel nach. Die Bewegung geht nicht an der Klingonin vorbei und sie macht hastig einen Schritt nach hinten. „Äh.. ja .. sie haben recht Seven, ich sollte lieber in meine Kabine zurück gehen.“

Zufrieden nickend stellt Seven das Hypospray in einen Medschrank und greift B'lannas Handgelenk um diese dann aus der Cargo Bay zu führen.

„W-was machen sie?!“ Entgeistert versucht sich B'lanna aus der Umklammerung zu winden, jedoch ohne Erfolg. Erst als Seven ihre Vorhaben erläutert ergibt sie sich der Situation. „Ich begleite sie in ihre Kabine Lieutenant, es wäre unverantwortlich sie in diesem Zustand alleine durch das Schiff gehen zu lassen.“

Die Menschenmenge hinter sich lassend nähern sich die beiden dem Ausgang von Cargo Bay 1. Seven hat ihre Hand immer noch sicher um B'lannas Handgelenk geschlossen und die Klingonin lässt es stur über sich ergehen.

Die Tür öffnet sich und Sevens silber umwobenes langes Bein durchschreitet die Türschwelle nur um schwarz gepanzert auf der anderen Seite auszutreten. Das edelste Gesicht das B'lanna jemals gesehen hat wandelt sich vor ihren Augen in eine untote, haarlose, Variante der selben Form, gekröhnt von halb unter der Haut verlaufenden dünnen Schläuchen. Auf dem zweiten Blick erkennt B'lanna nun auch mehrere verfärbte Druckstellen wo Seven von dem hysterischen Ensign getroffen wurde.

Das eisige Blau der Augen verschwimmt zu einem kalten Grau und die Klingonin keucht als sie sich der radikalen Veränderung bewusst wird. Sie versucht sich schnell zu fangen um Seven nicht zu beleidigen aber dafür ist es anscheinend zu spät.

„Der Captain hatte recht.“ Sagt Seven ominös und führt ihre Begleitung weiter in Richtung Turbolift.

„Ich.. was? Es tut mir leid Seven, ich meinte nicht..“ Stammelt B'lanna doch die Borg geht unbeeindruckt weiter. „Es ist irrelevant. Sie haben keine Kontrolle über ihr Verhalten, wie ein Großteil der Crew. Wir sollten uns beeilen, ich möchte nicht länger als nötig der Cargo Bay fernbleiben.“

Es dauert nicht lange und B'lanna findet sich alleine in ihrer verschlossenen Kabine wieder. Seven hatte sie nur mit einer knappen Verabschiedung allein gelassen ohne der Klingonin eine Gelegenheit zu geben sich zu erklären.

„Mist..“ Flucht sie leise in ihr vertrautes Zimmer. Sie hatte eigentlich helfen wollen da sie scheinbar unbetroffen war von dem Verhalten das den Rest der Crew übermannt hatte. Seven war anderer Meinung gewesen aber das aus falschen Gründen. Wie hätte die Borg ahnen können das B'lanna nur gestammelt hat weil sie nicht schnell genug erkannt hatte das sie es mit Seven zu tun hatte und nicht einem ihr bisher unbekannten Crewmitgleid. 'Was hatte sie mir noch unterstellt? Oh ja die Faust.. sie dachte ich würde den Ensign KO schlagen wollen.. was ich ja auch wollte aber nur um der Frau zu helfen. Also ihr zu helfen. Ugh.. ich habe Seven sogar gesiezt, selbst als ich wusste wer sie war. Echt komisch.'

Sie überlegt sich kurz ob sie einfach wieder zurück zur Cargo Bay 1 gehen sollte und das Ganze erklären, entscheidet sich dann allerdings dagegen. Sie schämt sich wegen ihres Verhaltens und kontaktiert stattdessen Tuvok um zu erfahren wo sie am ehesten helfen könnte.

XXX

2 Tage später, Kantine, Beta Schicht

Die Crew hatte sich inzwischen wieder von den Strapazen erholt und das Leben an Bord nam langsam den gewohnten Gang an, allerdings war alles etwas .. bedrückender als sonst nachdem Captain Janeway gestern den zweiten Effekt des Phänomens erklärt hatte. Sie würden nun vermutlich 10 Jahre in Richtung Heimat fliegen nur um dann wieder vor der schier unüberwindlichen Mauer aus Borg Systemen zu stehen die sie vor kurzem erst durchquert hatten. Der Captain hatte versucht einen Funken Hoffnung zu sähen das es auch immer wieder Möglichkeiten gab die Reise zu verkürzen und das das wichtigste war das sie als kleine Familie zusammenhalten. Dennoch blieb ein bitterer Nachgeschmack, vor allem beim Captain selbst.

Kathryn nähert sich Neelix mit einem fürsorglichen Lächeln auf den Lippen, der Talaxianer war nicht mehr derselbe seitdem Kes verschwunden war. Man merkte förmlich wie sehr er sich anstregen musste um sein altes energetisches und ewig positives Ich aufrecht zu erhalten. Nur allzu oft verrutschte diese Maske nun und demotivierte alle die es mitbekamen.

„Neelix?“ Fragt Kathryn leise als der Chefkoch nicht auf ihre Präsenz reagiert. „Oh Captain! Ich habe sie gar nicht kommen sehen, ich war so vertieft in mein .. rijaganisches Curry hier. Er lächelt zögerlich und spießt mit einer Gabel in Richtung eines Topfes. „Was kann ich für sie tun?“

„Ich denke ich leiste ihnen Gesellschaft bis das Curry fertig ist wenn sie nichts dagegen haben, es riecht köstlich.“ Der kleine Mann nickt eifrig, wischt sich die Hände ab und gesellt sich zum Captain am Tresen. „Gerne gerne, gibt es etwas bestimmtes über das sie gerne reden würden?“

„Bin ich so einfach zu durchschauen?“ Fragt Kathryn schmunzelnd, sie hatte wirklich vor ein Thema anzuschneiden, wollte aber sachte herangehen um ein explosiveres Ergebnis zu erreichen.

„Nur für das geschulte Auge eines Händlers.“ Antwortet Neelix verspielt. „Also wo umm .. Drückt der Schuh?“

„Es geht um die Moral der Crew.. und eine Aufgabe für den Moraloffizier.“ Sofort steht Neelix etwas strammer als zuvor und salutiert übertrieben dramatisch. „Da es momentan nichts wichtigeres gibt als die Stimmung der Crew zu heben haben ich mich dazu entschlossen einen Großteil unserer Ressourcen in ihre fähigen Hände zu legen auf das sie sie einsetzen wie sie es für richtig halten um die Schiffsbesatzung aufzumuntern. Ob nun ein Fest, Dekoration, Musik oder was auch immer ihnen einfällt sie habe meine vollste Unterstützung. Personal wird ebenfalls zur Verfügung gestellt."

Mit jedem Wort wird das Grinsen auf Nelix Gesicht breiter und breiter, die Ideen springen ihm nur so durch den Kopf und er beginnt sofort eine ganze Liste von möglichen Aktivitäten herunterzurattern. Lachend hebt der Captain die Hände. „Sachte sachte Neelix, fertigen sie ein Datapad an mit allen benötigten Ressourcen, Personal und Räumlichkeiten. Ich werde dann alles nötige in die Wege leiten. Zuvor jedoch .. denke ich das das Curry anbrennt.“

Seine Augen werden groß und er huscht in windeseile zurück in die Küche ohne jedoch dabei weiter über die postiven Effekt von Fensterdekoration zu reden.

XXX

Später in der Jeffriesröhre auf Deck 3

„Ich bin mir unschlüssig wie ich mich verhalten soll.“ Gesteht Seven einem verdutzt dreinblickenden Harry Kim. Es war ungewöhnlich das die Borg gestand etwas nicht zu können oder etwas falsch gemacht zu haben daher war der Ensign sich unsicher wie er damit umgehen sollte.

„Umm.. nunja.. also ich würde es einfach tun, e-es hat viele Vorteile oder?“ Er kneift die Augen zusammen, sich innerlich Ohrfeigend für seinen Mangel an Konzentration und Rückgrad.

Das bestätige Surren des Hydrospanners erlischt und Harry ist sich nun ziemlich sicher das er das falsche gesagt hat. Kalte Augen starren leblos in seine Richtung bevor sie sich kurz darauf wieder auf die Arbeit konzentrieren und das gewohnte Surren durch die Jeffriesröhre hallt.

„V-vielleicht sollten sie lieber mit einem weiblichen Crewmitglied darüber reden..“ 'Wow Harry.. super Leistung..' Grummelnd reicht er Seven die zuvor noch neben ihm liegende Abdeckung.

„Ich sehe nicht das es einen Unterschied machen würde ob ich mit einem männlichen oder weiblichem Crewmitglied über meinen Körper rede. Desweiteren hätten die Eingriffe sehr wohl Nachteile, sehr viele sogar. Das einzige was dafür spricht ist die bessere Integration in die Crew.“

'Wie komm ich aus der Sache nur am einfachsten raus? Ich könnte mich einfach wegteleportieren .. aber das wäre wohl übertrieben. Vielleicht so tun als ob ich etwas schlechtes gegessen habe? Nahrungsbedingte Probleme scheinen sie irgendwie anzuwidern, vielleicht hackt sie dann nicht nach?' Harry wird unsanft aus seinen Gedanken gerissen als Seven ihre Arbeit abschließt und sich nach hinten lehnt.

„Ensign Kim?“

„J-ja Seven?“ Stottert er verlegen.

„Sie haben das Gespräch nicht fortgeführt.“

„Umm ja, tut mir leid Seven, es ist nur .. ein heikles Thema. Ich denke ich bin nicht qualifiziert dazu etwas zu sagen.“ Zufrieden mit seiner Fähigkeit endlich einmal die Wahrheit zu sagen blickt er erwartungsvoll in ihre Richtung.

„Danke für ihre Aufrichtigkeit. Abschließend nur noch eine Frage, wäre es für sie persönlich angenehmer mit mir zu arbeiten wenn ich mein Aussehen anpassen würde?“ Das graue Gesicht von Seven ist nur wenige Zentimeter von Harry entfernt und Panik steigt in ihm auf.

„W-was ?! Ähm.. nein, ich habe kein P-problem mit ihrem..“

„Sie lügen.“ Das Gesicht nähert sich.

'Oh Gott!' Der Ensign wimmert leise und schließt schnell die Augen. Stille herrscht in der Jeffriesröhre bis der Boden plötzlich rytmisch rumpelt als Seven zum nächsten Abschnitt weiter krabbelt.

XXX

Ende der Betaschicht, Krankenstation

„Seven! Ist alles in Ordnung?“ Das EMH springt sofort aus dem Stuhl in seinem Büro und eilt zu seiner Lieblingspatientin.

„Ich bin unverletzt, meine Anliegen sind privater Natur.“ Stellt die Borg fest nachdem sie sichergestellt hat das niemand anderes anwesend ist. Tom Paris hatte in den letzten Tagen viel auf der Krankenstation ausgeholfen, aber Seven war sichergegangen das er zum Zeitpunkt ihres Besuchs nicht hier sein würde.

„Oh?“ Neugierig legt der Doktor den Kopf ein wenig auf die Seite und stellt sich vor ihr hin. „Welcher Art?“

„Vor zwei Tagen half ich in Cargo Bay 1 aus bei der Behandlung der Crew, sie haben mir ein Hologramm überbelegt. Wie konnten sie so schnell ein solches Programm schreiben?“

„Ich musste gar nichts schreiben, es waren meine Projektionen wie sie nach der Entfernung der Borg Komponenten aussehen würden.“ Der Kopf der Borg wendet sich ab als wenn sie nachdenken würde, ein untypisches Verhalten wie der Doktor schnell feststellte eher er weiter redet. „Als sie vom Kollektiv getrennt wurden begannen ihre System auszufallen und Captain Janeway hatte befohlen das wir versuchen sollen ihre anorganischen Komponenten zu entfernen und das Immunsystem zu verstärken. Es gab jedoch Komplikationen und wir fokussierten uns auf die Reparatur der Module.“

„Ich verstehe..“ Sagt die Borg leiser als gewöhnlich ehe sie sich fängt und in gewohnter Stimmlage fortfährt. „Ist es möglich meinen Körper derart anzupassen ohne meine Fähigkeiten stark einzuschränken?“

Die Augen vom Doktor schauen gebannt nach oben und sein Kopf neigt sich ebenfalls in diese Richtung. „Hmm..“ Er hebt einen Finger, öffnet den Mund und schließt ihn wieder. „Hmm..“ Brummt er kurz bevor er erneut ansetzt. „Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich verstehe was sie vorschlagen Seven? Zurzeit generiert ihr Körper nahezu keine Hormone und damit einhergehende Gefühle, ihr Immunsystem ist stark unterdrückt, der Verdauungstrakt ist nicht operabel, Blutzirkulation kaum existent. Welche Funktionen genau möchten sie wiederherstellen?“

„Keine.“

„Wie bitte?“

„Ich möchte keine körperliche Funktion wieder herstellen. Ich möchte nur aussehen wie dieses Hologramm.“

Der Doktor schüttelt langsam den Kopf. Das hätte er nun ganz und gar nicht erwartet. Seven war nicht hier wegen irgendwelcher Modifikationen oder dergleichen, sie wollte eine Schönheitsoperation an sich vornehmen lassen. 'Warum?' Fragt er sich und blickt zu der beeindruckenden Gestalt in seiner Krankenstation. 'Was auch immer ihre Beweggründe seien mögen, es ist nicht an mir sie in Frage zu stellen. Das Wohl des Patienten steht immer im Vordergrund.' Zu sich selbst nickend wendet er sich wieder der Borg zu.

„Das wäre möglich aber je nach Ausmaß könnte es ein langwieriger Prozess werden. Den gesamten Körper, nudus quasi, optisch so wirken zu lassen wie ihre natürlich Form gewesen wäre ist ein monumentales Unterfangen, würde Wochen an Operation sowie Regeneration benötigen und ihre Funktionsfähigkeit stark einschränken. Wenn wir uns allerdings erst einmal auf das Gesicht beschränken und der Rest geschickt in einer Uniform verstecken sollte es innerhalb weniger Tage machbar sein ohne das sie in ihren Fähigkeiten eingeschränkt wären … Nunja Panzerung sollte definitiv abgebaut werden sonst würden sie in dem Biosuit ein wenig .. ähm .. naja .. klobig wirken.“

Während der Doktor die der Borg erzählt tippt er bereits diverse Spezifikation in ein Terminal und legt eine neue Akte an. „Es ist zwar nicht notwendig für die Prozedur, schließlich ist dies eine private Entscheidung .. allerdings würde ich dennoch vorschlagen das sie vorher mit dem Captain reden.“

„Nein.“

„Seven es ist nur..“

„Nein.“

„Sie müssten wenigstens Dienstfrei..“

„Nei.. oh ..“

„..bekommen damit sie sich nach den Operationen ausreichend erholen können. Ich muss schließlich mehrfach ihre Schädeldecke aufbohren um diese .. Schläuche da.. zu verstecken.“ Fährt der Doktor dieses mal unbeirrt fort.

„Nun gut, ich werde mit dem Captain reden und mich vom Dienst befreien lassen aus persönlichen Gründen.

„Gut gut, ich bereite derweil das Projekt vor. Irgendwelche Sonderwünsche? Ich könnte noch ein wenig an der Nase arbeiten..“

„Nein.“

Augenrollend verabschiedet sich der Doktor von der davongehenden Seven und widmet sich seinem neuesten Hobby. Sevenmodeling.

XXX

Kurz darauf im Bereitschaftsraum des Captains

„Herein.“ Seufzt Kathryn als sie ein Datapad weglegt das die Pläne eines gewissen Moraloffiziers beinhaltet. Neelix war definitiv besser gelaunt als in den letzten Tagen aber seine Vorschläge bisher waren mehr als grenzwertig. „Seven? Was kann ich für sie tun?“

Die Borg stellt sich stramm vor dem Captain auf. „Ich benötige voraussichtlich drei Tage dienstfrei in einer privaten Angelegenheit. Sollte dies ein Problem darstellen wäre ich gewillt die fehlende Zeit durch Doppelschichten auszugleichen.“

Das Datapad und die darin enthaltenen Festivitäten sind sofort vergessen. Kathryn hatte in den letzten Tagen keinen Kontakt zu Seven gehabt, zum Teil weil es mehr als genug zu koordinieren gab, zum Teil weil sie nicht sicher war wie sie mit der Borg umgehen sollte. Ihr Rat an Seven war schließlich der letzte Auslöser für Kes gewesen das Schiff zu verlassen.

Während der Captain sie mustert schwirren Sevens Gedanken in ähnlichen Kreisen. Sie war stark darauf bedacht dem Captain gegenüber nicht zu erwähnen warum sie diese Tage brauchte da sie sich sehr sicher war das sie versuchen würde es ihr auszureden. Seven war sich zu 98% sicher das Captain Janeway wegen ihres Rates Schuldgefühle haben würde die ihre jetzige Entscheidung in Frage stellen würde und damit den damaligen Fehler vermeidlich auszugleichen. Ein albernes und unlogisches Verhalten, aber eines zu dem Menschen öfters griffen.

Endlich ergreift Kathryn das Wort. „Darf ich fragen wofür?“ Fragt sie fast zögerlich.

„Würden sie fragen wenn ein anderes Crewmitglied dies beantragen würde?“ Kontert Seven schnell und weckt damit nur noch mehr Interesse an dem Thema beim Captain.

„Das kommt ganz darauf an ob ich mir über das Crewmitglied sorgen mache oder nicht.“ Kathryn rappelt sich auf und stellt sich vor die Borg, die sitzende Position wirkte unpassend für dieses Gespräch.

„Gibt es den Grund sich über mich Sorgen zu machen?“ Probiert Seven, es war ein Risiko da sie damit die Tür öffnete diverse soziale Probleme anzusprechen, andererseits lenkte es vom eigentlich Thema ab. Für Seven also ein kalkuliertes Risiko.

'Ich komme mir vor wie bei einem Velocity Spiel, oder wie bei unseren Verhandlungen über die Naniten zur Vernichtung von Spezies 8472. Was zum Geier hat Seven vor?' Sie wendet sich kurz von Seven ab um Zeit zu gewinnen und hebt kurz das vergessene Datapad hoch.

„Ich habe die Regularien dieses Thema betreffen studiert. Streng genommen bin ich kein Mitglied der Crew sondern ein freie Mitarbeiterin in unterstützender Funktion. Da mir bisher allerdings noch kein Sold ausgezahlt wurde..“

„Es reicht Seven! Sie wollen mich doch nicht ernsthaft gerade erpressen oder? Das ich sie entweder zu einem Ensign mache oder ihnen unser Latinum aushändige?“

„Eigentlich geht es mir eher um die mit dem Titel einhergehenden Rechte. Entweder hätte ich Anrecht auf Dienstfreie Tage bei wichtigen persönlichen Angelegenheiten, die ich übrigens nachweisen kann, oder ich nehme mir einfach frei und bekomme weniger .. Latinum.“ Die kleine Kerze an Emotion in Seven flackerte gerade etwas stärker und beinahe hätte sich ein Lächeln auf ihre Lippen gekräuselt bei dieser mit Verlaub gesagt genialen Taktik.. beinahe.

Kathryn spürt die Zuversicht in Seven und funkelt diese an. „Zu bekommen was man möchte ist nicht der wichtige Punkt hier Seven. Man kann oft so manövrieren das man dort ankommt wo man gerne hinwill doch es hat alles Konsequenzen. Den Captain eines Schiffes zu provozieren auf dem man entweder ein Ensign oder ein freier Mitarbeiter ist wäre in diesem Beispiel nicht gerade ein gesunde langfristige Investition.“

„Ich nehme alle Konsequenzen in kauf solange ich nur diese Tage bekommen Captain.“ Dies lässt Kathryn innehalten und sie lehnt sich etwas auf den Hacken zurück. Lippen schürzend kneift sie ihre Augen leicht zusammen und hält Augenkontakt zu der Borg. 'Es ist dir also egal was kommen mag hm? Hat sie vor das Schiff zu verlassen und benötigt nur genug Vorbereitungszeit? Nein.. das könnte sie heimlich zwischen ihren Schichten machen.' Die Sekunden verrinnen doch egal wie viele Szenarien Kathryn durchgeht sie kommt auf keinen guten Grund. Kurz überlegt sie sich ob Seven nicht vielleicht ihrem Rat folgen will aber verwirft es schnell wieder da sie sich ziemlich sicher ist das die Borg in all ihrem Stolz und Effektivitätsdrang niemals dem Rat nachkommen würde.

„Nun gut Seven, drei Tage.“

„Eventuell mehr..“

„Übertreiben sie es nicht!“

„Ich habe nicht vor zu übertreiben oder mehr zu fordern, ich deute schlich an das der zeitliche Rahmen nicht so einfach eingeschätzt werden kann.“

„Fein! Drei Tage und eventuell mehr.“ Schnauzt Captain Janeway sichtlich aufgebracht in Richtung Seven. Sich bewusst werden wie sie sich gerade verhält rückt sie ihre Uniform zurecht und entschuldigt sich, nur um sich dann lächerlich zu fühlen sich zu entschuldigen nachdem sie allem nachgegangen ist was die Borg gefordert hat. '2:0 Seven hm?'

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