Ich bin 04

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Gerugon
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Ich bin 04

Beitragvon Gerugon » So 9. Aug 2015, 10:07

Kantine, Ende der Alpha Schicht

Kathryn Janeway sitzt, wie gewohnt, etwas abseits der Crew an ihrem eingestammtenPlatz. Vor sich ausgebreitet sind mehrere Datapads und ein Tablett mit Essen das bisher kaum angerührt wurde. Die Stimmung in der Kantine ist gut, die Crew froh über jeden Tag der mehr Distanz zwischen sich und den Kerngebieten der Borg bringt. Es hatte mehrfach Kontakt mit Borgsphären gegeben, doch der Voyager war es gelungen größtenteils unbeschadet aus den Konflikten hervor zu gehen. Die letzten Tage hatten Langstreckenscans keinerlei Anzeichen für Feindkontakt gezeigt und somit schien es für die meisten so als wäre das schlimmste überstanden.

Für Kathryn war es höchste Zeit das ein wenig Ruhe einkehrt in ihre kleine Familie, sie hatte bereits zu viele schwierige Entscheidungen treffen müssen. Sobald die vor ihr liegenden Berichte abgearbeitet worden waren hätte sie endlich Zeit die Füße hoch zu legen ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen das sie ihre Zeit doch effektiver nutzen könnte.

'Effektiver.. Seven of Nine kommt einem fast selbstverständlich bei diesen Worten in den Sinn hm?' Ein müdes Lächeln huscht über ihr Gesicht bei dem Gedanken. 'Ein Großteil der Berichte hier ist über sie und ihr Verhalten in den beiden Wochen seit ihrer .. Trennung. Nun gut .. dann schauen wir mal was die Senior Offiziere über sie zu sagen haben.' Kathryn gönnt sich einen kleinen Bissen ihres unergründlich aussehenden Essens und greift nach dem ersten Datapad.

'Tom.. hmm .. er hat wenig mit ihr zu tun gehabt, das heißt die meisten seiner Aussagen spiegeln eher die Meinung der Crew im allgemeinen wieder als wirklich konkretes. Hrm.. und wie zu erwarten ist diese Meinung nicht sehr positiv. Unbehagen, Irritation, Angst, Empörung über unnötiges Risiko, Zweifel an der Möglichkeit sie überhaupt in die Crew zu integrieren.' Für Kathryn ist dies alles nur allzu verständlich, aber sie sieht noch mehr. Sie sieht die technologischen Möglichkeiten die sich aus einer Kooperation mit Seven of Nine ergeben könnten. Ganz zu schweigen von der effektiven Arbeit die bisher im Maschinenraum und anderen Bereichen des Schiffen von der Borg geleistet wurde. Seven hatte teilweise Dreifachschichten lang durch gearbeitet um alle auftretenden Schäden zu beheben und sogar die ersten System, unter strenger Aufsicht natürlich, zu verbessern. 'Dazu hat B'Elanna bestimmt einiges zu sagen.' Kathryn überfliegt den Rest von Lieutenant Paris Bericht und widmet sich als nächstes dem Pad von Lieutenant Torres.

Der Bericht ist wie gewohnt in B'Elannas ganz eigenem Stil geschrieben. Im Gegensatz zu den restlichen Mitglieder der Senior Offiziere hatte sie nur wenig Erfahrung mit den bürokratischen Gepflogenheiten der Sternenflotte die in jeden Ensign gedrillt wurde. So würde man vermutlich nur in ihren Berichten Flüche finden können die über mehrere Zeilen verliefen. 'Wobei sie sich in den letzten Jahren schon wesentlich gebessert hat was das betrifft.' Gesteht Kathryn der temperamentvollen Frau ein.

'Hmm.. was haben wir den hier? Wenn man nur stark genug die Augen zusammenkneift könnte man glatt so etwas wie Lob über Sevens Arbeit herauslesen, natürlich sofort ausgeglichen durch dutzende andere Kritikpunkte. Na mal schauen .. 'Die Drone' hat keinen Respekt ihr Gegenüber .. sie kommuniziert nicht ihre Absichten was gemeinschaftliche Arbeit unmöglich macht ..' Grinsend geht sie die Liste durch und vergleicht sie mit anderen Berichten die sie im Laufe der letzten Tage bekommen hatte. So stellt sich unter anderem heraus das ein angeblicher Angriff von Seven of Nine auf sie laut Vorik nur eine Verteidigungsreaktion war nachdem B'Elanna wohl mehrfach die Borg gestupst hatte. 'Wirklich B'Elanna .. sie sollten doch inzwischen wissen das so etwas kein Verhalten für einen Offizier ist. Man könnte glatt meinen sie ist in ihre alten Muster zurückgefallen.'

Ein Schatten fällt auf das Datapad und Kathryn blickt auf. Vor ihr steht Kes und guckt etwas verlegen zu ihr hinunter. "E-es tut mir leid Captain ich wollte nicht stören.. ich komme später wieder." Doch Kathryn deutet ihr an Platz zu nehem. "Nein nein, ist schon in Ordnung. Nur einen kleinen Moment, ich muss nur noch kurz die letzten Zeilen lesen." Nickend nimmt die Ocampa am Tisch platz und lässt den Captain den Bericht zu Ende lesen.

'Was Kes wohl möchte? Seit unserem .. Disput .. im Bereitschaftsraum hat sie nicht mehr mit mir gesprochen. Laut Tuvok hat sie viel Zeit mit Seven of Nine verbracht .. darauf sollte ich sie gleich einmal ansprechen, aber jetzt erstmal der Bericht.' Ihr Augen huschen schnell über den Rest und bleiben dann bei dem Wort 'Killswitch' hängen. In ihrem Hals formt sich sofort wieder ein Kloß, wie jedes mal wenn sie an diese unmenschliche aber notwendige Situation erinnert wurde. Sie fühlt ein paar Augen auf sich, lässt sich hiervon jedoch nicht verunsichern.

Auf der anderen Seite des Tisches fühlt Kes schlagartig die Veränderungen in der Psyche des Captains, zuerst die Irritation über ihre Anwesenheit, dann Scham gefolgt von Entschlossenheit. Wenn sie wollte könnte sie sofort erfahren was genau den Captain zu diesen Gefühlen veranlasst hat, aber sie wusste das es unhöflich wäre. So sitzt sie nun wartend in einem Raum voller Menschen, voller Stimmen, Gedanken, Träumen und Ängsten.

Von alledem nichts ahnend legt Kathryn das Pad zu den anderen bereits gelesenen und wendet sich der Ocampa zu. "Das war es schon." Beginnt sie mit einem Lächeln. "Was kann ich für sie tun Kes?"

'Schon?' Huscht es durch Kes, für sie war es eine gefühlte Ewigkeit und sie musste sich zusammenreißen ihre Ungeduld nicht zu zeigen. Es wurde mit jedem Tag schlimmer und die einzigen Personen die Kes noch regelmäßig ertragen konnte waren der Doktor, Tuvok und Seven. Selbst der arme Neelix wurde nach wenigen Augenblicken für sie zu einer unerträglich einfältigen, langweiligen und oberflächlichen Gestalt. Tränen drohen in Kes aufzusteigen bei dem Gedanken an ihren langjährigen Gefährten. 'Ich werde ihn verlassen müssen .. ich werde alles hier verlassen müssen. Es ist zu unerträglich.. aber wie erkläre ich es ihnen? Kann ich es überhaupt erklären was mit mir passiert?' Kes schüttelt leicht ihren Kopf um diese düsteren Gedanken los zu werden. 'Noch habe ich Zeit.'

"Ich bin hier um mich zu entschuldigen Captain." Sagt Kes offen heraus, erst nachdem die Worte ihren Mund verlassen hat wagt sie zum ersten mal den Augenkontakt mit dem Captain.

"Oh?" Ist alles was Kathryn antworten kann, sie hatte offensichtlich mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer Entschuldigung.

"Ja .. ich habe in den letzten Tagen viel mit Seven darüber geredet und sie hat mir deutlich gemacht das sie nicht anders handeln konnten Captain. Alles andere wäre unverantwortlich gewesen." Mit jedem Wort wächst in Kes die Zuversicht das Richtige zu tun. Ihre Augen suchen öfters den Kontakt zu Kathryn und ihre Körperhaltung wird nach und nach entspannter. "Ich war so .. aufgebracht und wütend das ich es damals nicht sehen konnte. Wie ein Kind habe ich mit den Füßen gestampft und war der festen Meinung das sie moralisch verwerflich handeln würden. Seven hat mir die Augen geöffnet .. auf ihre eigene Art natürlich. Sie ist eine höchst interessante Person mit einem Grad an Objektivität der mir so sehr gefehlt hat bisher. Der Rest der Crew scheint sie nicht zu verstehen, ich muss quasi als eine Art Übersetzer fungieren wenn sie außerhalb der Cargo Bay ist. Es ist wirklich schade, den sie hätte so viel von Wert und Klarheit das sie mitteilen könnte, wenn die Menschen sich nur die Zeit nehmen würden hinter das Fleisch und die Worte zu sehen."

Kathryn lauscht der Ocampa gebannt während ihren Ausführungen, es war so radikal anders als alles was sie bisher über Seven gehört hatte und es machte die Situation nur noch schwieriger. "Es freut mich das zu hören, die Entscheidung war eine sehr schwere für mich und umso schmerzhafter wenn sie nicht verstanden wird. Sobald ich mir sicher sein kann das Seven keine Bedrohung für das Schiff mehr ist werde ich es rückgängig machen und meine Energie daran setzen ihr zu helfen so gut ich nur kann."

"Was aber Seven und die Crew betrifft.." Fährt Kathryn seufzend fort. ".. wir sind keine Telepathen wie sie Kes. Für sie mag es einfach sein zu ihr durchzudringen, aber der Rest von uns ist mit einer ganz anderen Person konfrontiert." Hier gestikuliert der Captain auf den Stapel Datapads. "Nicht nur das, diese Person war bis vor kurzem auch noch unser ärgster Feind, das macht es sehr schwer Vertrauen aufzubauen. Ich bin allerdings sehr froh das sie sich die Mühe machen eine Brücke zu schlagen, so besteht wenigstens die Hoffnung auf Erfolg."

"Ja Captain und in dieser Funktion gibt es ein paar .. Dinge .. um die ich in Sevens Namen gerne bitten würde. Sie selbst hat keinerlei Forderungen gestellt oder dergleichen, aber ich denke es wäre förderlich wenn sie begrenzten Zugriff zu Schiffsdatenbank bekommen könnte." Kes spürt eindringlich die Ablehnung des Captains und lenkt sofort ein. "Natürlich nichts essentielles! Meinetwegen nur historische Literatur oder ähnliches, aber Seven braucht etwas mehr in ihrem Leben als nur eine kalte dunkle Cargo Bay und die Arbeit zu der sie indirekt gezwungen wird." Abermals eine Ablehnung spürend droht Kes die Fassung zu verlieren. 'Wirklich Captain? Sie werden sauer weil ich unterstelle das Seven unter Druck gesetzt wird?' Die Gedanken springen in ihr umher und helfen ihr in gewissem Maße dabei sie nicht auszusprechen.

Einen Wimpernschlag später führt sie fast nahtlos das Gespräch weiter. "Es tut mir leid Captain, das hätte ich nicht sagen sollen. Was ich damit nur sagen wollte ist, das Seven zwar nun ein Individuum ist allerdings keine daraus resultierende Vorzüge genießt. Das macht es schwer sie davon zu überzeugen aus eigenem Antrieb Teil dieser Crew zu werden."

Kathryn nickt leicht, diesen Punkt konnte sie gut verstehen. "Wir müssen ihr entgegen kommen, da haben sie Recht Kes. Seven of Nine hat sehr gute Arbeit geleistet und es ist bisher zu keinen Sicherheitsverstößen, Fluchtversuchen oder ähnlichem gekommen. Allerdings könnte dies alles zu einem Plan gehören. Ich weiß das hören sie nicht gerne aber es liegt im Rahmen des Möglichen, Tuvok wird mir in der Hinsicht bestimmt zustimmen. Dennoch sehe ich keinen Grund nicht gewisse Zugeständnisse zu machen. Datenbankzugriff direkt wäre zwar zu gefährlich aber wir können einen Teil der Daten auf Pads oder andere Datenspeicher übertragen und ihr zukommen lassen. Ich werde außerdem veranlassen das Cargo Bay 2 wieder in seinen alten Zustand gebracht wird, abgesehen von der Borg Technik natürlich."

"Danke Captain." Antwortet Kes und steht abrupt auf. "Ich möchte sie auch nicht weiter von ihrer Arbeit abhalten."

"Keineswegs, ich bin froh das wir dieses Gespräch hatten." Kathryn lächelt zum Abschied, doch die Ocampa erwidert es nur schwach und verlässt schnell die Kantine, vorbei an einem besorgt dreinblickenden Talaxianer.

Cargo Bay 2, Beta Schicht

Kes sitzt an ihrem gewohnten Platz, ein rustikales Kissen auf dem Boden zwei Schritte vor Sevens Alcoven. Das monotone Pulsieren welches den Raum erfüllt ist beruhigend und hilft ihr schnell in einen meditativen Zustand überzugehen. Ihr Körper entspannt sich und sie genießt eine tiefe Geborgenheit die sie nur noch hier finden kann. Abseits von all den Menschen und ihren Problemen, Ängsten und Hoffnungen.

Mit einem Zischen und Klicken erwacht Seven aus der Bewusstlosigkeit der Regeneration, ihr Augen öffnen sich und fallen sogleich auf die Gestalt vor sich auf dem Boden. Scheinbar unsicher wie sie sich verhalten sollte tut sie das gleiche wie die bisherigen Male in denen die Ocampa nicht auf ihr Erwachen reagiert hatte, sie studiert ihre scheinbar allgegenwärtige Begleiterin. Analysiert ihre Körperhaltung und die Mimik, theoretisiert warum sich Kes in gewissen Situation so oder so verhalten hat und setzt dies in den Kontext ihrer bisherigen Informationen über das Verhalten von Ocampa und Menschen.

Die beiden verbringen die nächsten beiden Stunden auf diese Weise, Kes versunken in ihrem Geist und Seven vertieft in ihre Studien. Das Schweigen das den halb dunklen Raum füllt ist angenehm und wird nicht gebrochen als Kes Stimme vorsichtig und sanft in Sevens Gedanken erscheint. 'Ich hoffe ich störe nicht .. Hast du kurz Zeit?'

"Ja." Echoet es durch die Cargo Bay, aber es folgt nichts weiter und schnell ist es wieder ruhig. 'Ich habe mit dem Captain gesprochen und sie hat eingewilligt dir Zugang zur Datenbank zu gewähren, allerdings nur indirekt.' Kes spürt eine unausgesprochene Zustimmung in Seven, als wenn sie das Verhalten des Captains nachvollziehen könnte und für richtig empfindet. 'Wie kannst du nur ihre Position beziehen? Es ist für mich immer noch schwer nachzuvollziehen wie du dieses .. Ding.. in deinem Nacken akzeptieren kannst.'

"Kontrolle ist alles, ohne Kontrolle herrscht Chaos." Während sie dies sagt folgen ihre Augen der sich aufrichtenden Ocampa. 'Und als Captain muss sie alles unter Kontrolle haben damit der Crew und dem Schiff nichts geschieht .. ja, aber es ist dennoch moralisch mehr als verwerflich. Ich werde dir später mehrere Werke menschlicher Philosophen und Anthropologen zukommen lassen, vielleicht verstehst du dann besser warum ich so aufgebracht bin. Außerdem sollte dein Stolz es nicht zulassen das dir so etwas angetan wird.'

"Stolz ist irrelevant." Erwidert Seven in der für Kes inzwischen bekannten Art und Weise. 'Nein er ist wichtig, in Masen natürlich. Wenn man alles mit sich machen lässt nutzen das die Menschen nur noch mehr aus.' Ein Blitz flackert über die Sicht von Kes, gefolgt von einer Szene. B'Elanna stößt mehrfach mit ihrem Handballen gegen Sevens Schulterpanzer als diese plötzlich ausweicht und die Klingonin am Handgelenk packt.

"Stolz ist irrelevant." Wiederholt Seven schon fast stur. Dieses Verhalten hatte Kes in den letzten Tagen mehrfach beobachten können, die Worte entsprachen nicht den Taten oder den Gefühlen. Fast so als würde Seven versuchen durch das mantraartige Wiederholen von gewissen Schlüsselsätzen versuchen sich selbst zu konditionieren oder ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. 'Es ist in Ordnung Seven, die meisten Menschen schaffen es selbst am Ende ihres Lebens noch nicht Gefühle kontrollieren zu können. Du kannst nicht erwarten das du es innerhalb von ein paar Tagen schaffst.'

"Ich bin Borg." Führt Seven ihren akustischen Monolog weiter, aber scheint wohl selbst zu erkennen wie irrational ihre Aussage ist. 'Richtig .. ich bin, nicht wir sind. Du warst Borg, du warst viel früher ein Mensch und jetzt bist du.. du. Was das alles beinhaltet kannst nur du entscheiden.'

Gamma Schicht, Brücke

Lieutenant Commander Tuvok sitzt mit einem Datapad in der Hand im Stuhl des Captains und liest die Sicherheitsberichte des Tages. Keine besonderen Vorkommnisse, aber dennoch nimmt er sich die Zeit jeden Zwischenfall sorgfältig zu prüfen. Nicht das Zeit gerade Mangelware wäre für den Vulkanier, die Gamma Schicht war bisher ähnlich ereignislos wie die Sicherheitsberichte.

Mit einem leisen Zischen öffnet sich der Turbolift und Neelix streckt unsicher seinen Kopf hervor. Nachdem sichergestellt ist das er nicht stört, macht er einen vorsichtigen Schritt auf die Brücke. "Umm .. Lieutenant Commander Tuvok Sir? Hätten sie einen Moment Zeit, es handelt sich um ein Sicherheitsproblem."

Tuvok blickt von dem Datapad auf und betrachtet den Talaxianer skeptisch. Es hatte schon zu oft vermeintliche Probleme gegeben die sich allerdings als Trivialitäten oder persönliche Angelegenheiten entpuppten. Dennoch würde er nie das Risiko eingehen einen möglichen Vorfall zu ignorieren nur weil der Überbringer zu oft falschen Alarm geschlagen hat. "Natürlich Mister Neelix. Was ist vorgefallen?"

"Umm nun .. ich bin mir nicht sicher ob ich das hier so offen ansprechen sollte Mister Vulkanier Sir. Ich möchte keine Panik auslösen." Er lässt seinen Blick von Tuvok zu den anderen Mitgliedern der Brückenbesatzung wandern, als er sich wieder auf den Lieutenant Commander fokussiert zuckt Neelix zusammen als er die leicht zusammengezogenen Augenbrauen sieht. "Umm oder .. vielleicht auch nicht. Ähm.. also es geht um Kes, sie verhält sich in letzter Zeit sehr seltsam."

Tuvok starrt weiter in Richtung des nervösen Schiffkochs, als wenn er durch schiere Willenskraft Neelix dazu bringen könnte auf den Punkt zu kommen. Ensign Wildman, welche das Gespräch interessiert beobachtet kann sich hierbei ein Schmunzeln nicht verkneifen.

"Oh.. sie wollen bestimmt wissen inwiefern seltsam. Natürlich natürlich .. umm .. also sie ist ungeduldiger als sonst, schläft kaum noch und verbringt fast ihre ganze Zeit in Cargo Bay 2 bei dieser .. dieser .. nunja sie wissen schon." Etwas unsicher wie er den neuesten Gast der Voyager bezeichnen sollte fährt er fort. "Ich glaube sie hat Kes .." Er pausiert kurz, lehnt sich etwas nach vorne und flüstert dann halb. "..assimiliert!" Er lehnt sich nach hinten und reißt die Augen auf. "Jawohl! Das würde alles erklären. Diese .. diese .. Person hat meine Kes assimiliert mit irgend einer neuen Technik so das man keine .. keine dieser Borgauswüchse sieht." Er nickt mehrfach aufgeregt und seine Augen huschen zu den nahe stehenden Crewmitgliedern.

Samantha Wildman beginnt zu lachen aber kaschiert es schnell mit einem Husten und widmet sich sofort wieder ihrem Terminal. Tuvok einzige Reaktion besteht darin das er kurz die Augen schließt bevor er wieder das Wort erhebt. "Mister Neelix, ich versichere ihnen das Seven of Nine ständiger Überwachung untersteht und selbst wenn es ihr gelingen sollte ein Mitglied der Besatzung zu assimilieren würde es sofort sowohl den medizinischen als auch den Sicherheits Alarm auslösen. Des weiteren habe ich keinerlei verändertes Verhalten bei Miss Kes erkennen können."

"Vielleicht ist sie eine neue Art von Borg die .." Beginnt der Talaxianer, wird jedoch von einem abrupten Nein unterbrochen. Neelix runzelt die Stirn über das untypische Verhalten des Vulkaniers. 'Oh nein! Er muss auch bereits assimiliert worden sein.' Hastig macht er einen Schritt zurück in den Turbolift. "Oh.. umm.. ja sie haben wohl Recht, mein Fehler! Tut mir leid für die Störung, weitermachen!" Eine zischende Tür schließt sich vor ihm und er lehnt sich mit dem Rücken an die Wand des Turbolifts. "Deck 3, Quartier des Captains."

Kurz darauf im Quartier des Captains

Kathryn liegt entspannt und auf gute Weise erschöpft in ihrem Bett und lässt den Tag an sich vorbei ziehen. 'Das Holoprogramm war ziemlich anspruchsvoll, ich hätte vermutlich die Einstellungen herunter stellen sollen. B'Elanna ist einfach viel fiter als ich, aber sie muss ja auch nicht den ganzen Tag lang Berichte bearbeiten..' Sie lacht kurz leise in den dunklen Raum. 'Nein das ist nicht fair.. sie hat auch sehr viel Arbeit als Chief Engineer. Ich sollte mir einfach mehr Zeit für mich nehmen, hoffentlich bleiben die nächsten Tage so ruhig .. oder Wochen.' Grinsend geht sie im Kopf alles durch was sie schon seit langem mal wieder machen wollte als plötzlich der Türsummer ertönt, gefolgt von der Stimme von Neelix über die Comanlage. "Captain? E-es tut mir leid wenn ich störe. Oh.. Neelix hier Ma'am, es .. es ist wichtig Captain."

Hastig schlüpft Kathryn aus dem Bett und in eine Robe. "Einen Moment." Sie wirft einen hastigen Blick in den Spiegel und geht dann festen Schrittes in Richtung Tür. "Herein."

"Captain wir haben ein Pr.. oh.. ähm." Neelix war sofort in den Raum gestürmt als er das herein hörte, in seiner Eile erkennt er erst nach ein paar Worten das der Captain nicht in ihrer allgegenwärtigen Uniform war. "E-es tut mir leid .. ich wollte nicht .. umm."

"Schon gut Neelix, ich habe noch nicht geschlafen. Worum geht es?"

"Ich komme gerade von der Brücke und wollte Mister Tuvok von Kes berichten .. allerdings bin ich wohl zu spät gekommen. Es hat ihn bereits erwischt Captain! Wir müssen schnell handeln bevor das ganze Schiff unter ihrer Gewalt steht!" Die Worte sprudeln nur so aus dem aufgebrachten Talaxianer und Kathryn ist sich beim besten Willen nicht sicher wovon er spricht.

"Erwischt? Was ist mit Tuvok? Und was hat das mit Kes zu tun.. Kes möchte das Schiff unter ihre Gewalt bringen?" Sie blinzelt verwirrt und blickt fragend in seine Richtung.

"Nein nein nicht Kes, Seven of Nine! U-und Tuvok.. er ist auch ein Borg, ganz sicher! Genau wie Kes, daher weiß ich das er auch einer sein muss verstehen sie Captain?" Der Captain verstand ganz und gar nicht, sie ist sich jedoch relativ sicher das wenn wirklich etwas so drastisches passiert wäre es bereits einen Alarm gegeben hätte. Tief durchatmend reibt sie sich die Augen und geht zum Replikator. "Neelix, setzen sie sich .. beruhigen sie sich und fangen sie noch einmal ganz von vorne an bitte." Mit einer frisch replizierten Tasse Kaffee in der Hand setzt sie sich auf die Couch neben den aufgebrachten Talaxianer.

Nach mehrfachem nachhaken und infragestellen bekommt Kathryn ein paar Minuten später heraus was er sagen will und versucht nun ohne dabei zu schmunzeln Neelix zu beruhigen. "Tuvok ist kein Borg.. Kes ist kein Borg.. Es ist alles in Ordnung Neelix, wirklich."

"Aber Captain! Kes verbringt kaum noch Zeit mit mir, sondern nur noch mit .. mit .. ihr, ich bin die Computerlogs durch gegangen. Sie ist teilweise den halben Tag in Cargo Bay 2.. oh Gott! Sie muss regenerieren! Ja das wird es sein! Oh Captain wir müssen etwas unternehmen." Aufrichtig besorgt nimmt er ihre Hand und blickt ihr in die Augen.

Kathryn muss wirklich ihr bestes tun um sich zusammen zu reißen, den sie will dem einfühlsamen Schiffskoch und Moraloffiziere nicht ins Gesicht lachen wenn dieser ihr gerade seine Ängste und Sorgen beichtet, so fehlgeleitet diese auch sein mochten. "Kes setzt sich in letzter Zeit viel für Seven of Nine ein und da es niemand anderes tut denkt sie vielleicht das sie alle ihre Zeit darin investieren muss. Sie könnte auch einfach eine Freundschaft mit ihr aufgebaut haben oder eine Art Lehrer für sie sein. Was auch immer genau die Gründe sein mögen ich bin mir sehr sehr sicher das weder Kes noch sonst irgendein Mitglied der Crew assimiliert wurde Neelix."

Sein Gesicht fällt besorgt in sich zusammen als er dies hört, offensichtlich ist diese Nachricht für ihn fast schlimmer als eine drohende Borginvasion. "Ich .. ich verstehe Captain, sie war nur so .. anders in letzter Zeit und wollte kaum noch mit mir reden ... Es tut mir leid das ich gestört habe." Er steht auf und geht mit schlurfenden Schritten aus dem Quartier des Captains nachdem er sich leise verabschiedet hat.

'Armer Kerl, er nimmt sich solche Dinge immer schnell zu Herzen.' Kathryn stellt ihre Tasse in den Recycler und setzt sich vor ihr Terminal. 'Da ich eh nicht schlafen werde in der nächsten Stunde kann ich genausogut mal ein wenig mehr über diese Borginvasion herausfinden.' Mit einem Schmunzeln auf den Lippen das schon das ganze Gespräch über hinaus wollte macht sie sich daran die Computerlogs durchzugehen.

Wie zu erwarten hat es keinerlei Sicherheitsverstöße in Cargo Bay 2 gegeben. Jede Person die Zugang erbeten hatte wurde vorher und nachher gescannt, jedoch gab es auch hier keinerlei Unstimmigkeiten. Allerdings hatte Neelix recht gehabt das Kes wirklich ungewöhnlich viel Zeit dort verbringt und abgesehen von ihr hatten nur Tuvok und anderes Sicherheitspersonal die Cargo Bay 2 in den letzten Wochen betreten. 'Hmm.. sollte ich Kes einmal darauf ansprechen?'

Seufzend deaktiviert sie ihr Terminal und begibt sich wieder in Richtung des wartenden Bettes. 'Nein.. ich sollte mich nicht ihre persönlichen Belange einmischen, auch wenn es ein wenig .. ungewöhnlich ist. Vielleicht sollte ich Seven of Nine demnächst einen Besuch abstatten, eventuell ist sie ja inzwischen bereit ein richtiger Teil der Crew zu werden. Ich denke nicht das sie Kes etwas vormachen könnte, Borg sind nicht wirklich bewandert in subtilem Verhalten.' Sich der Robe entledigend legt sie sich wieder ins Bett und nimmt sich vor morgen nach ihrer Schicht die Umbauarbeiten in Cargo Bay 2 zu begutachten.

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